5 Tage Roadtrip

Mein Roadtrip – 5 Tage – 5 Sonnenaufgänge – 4 Sonnenuntergänge

Es war mal wieder an der Zeit

Ich musste raus zum Fotografieren, zum Leben genießen, zum Erleben, zum Energie tanken.
Und ich kann euch sagen es hat richtig gut getan. Für meine Reise durch Deutschland habe ich mir Ziele ausgesucht, welche ich bisher nur vom Hörensagen kannte – bis auf den Kleinen Winterberg im Elbsandstein Gebirge.
Den hatte ich ja letzten Sommer erst besucht gehabt. Aber ich wollte gern noch einmal zum Sonnenaufgang hinauf weil es einfach wunderschön ist dort oben.

Und so startete ich am späten Sonntag Abend ins Elbsandstein Gebirge um dort gegen 3 Uhr nachts anzukommen. Der klare Sternenhimmel machte mich schon ganz nervös, dass ich mich so richtig auf den Sonnenaufgang freute. Also habe ich mich umgezogen, habe meine Sachen gepackt und bin dieses mal einen Wanderweg mitten in der Nacht auf den kleinen Winterberg gelaufen. Beim letzten Mal habe ich 1:20 Std. bis nach oben gebraucht – umso erstaunter war ich, als ich dieses mal schon nach 40 Minuten am Ziel angekommen war. Zu meinem Erstaunen war ich mutterseelenallein am berühmten Fotopoint. Ich konnte es irgendwie nicht glauben – aber umso mehr habe ich es genossen.

Mein Plan war, das ich mich nach dem Abstieg erst einmal schlafen lege und im Anschluss zum nächsten Ziel fahre. Aber wie es oft so ist, wirft man auch mal einen Plan kurzerhand um. Ich fühlte mich einfach motiviert und fit um auch gleich noch einen Wasserfall zu fotografieren. Danach ging es weiter, ab auf die Autobahn zum nächsten Ziel!

Auf zur Teufelsmauer in den Harz!

Dort angekommen habe ich erst einmal ausgeruht und die Augen zu gemacht – ein bisschen Schlaf muss ja auch mal sein. Gut dass die Tage im Sommer recht lang sind, somit konnte ich noch ganz entspannt zur Teufelsmauer, meinen Sonnenaufgangsspot erkunden und selbstverständlich noch den Sonnenuntergang fotografieren. Auch hier war ich anfangs allein vor Ort unterwegs, bis relativ spät noch zwei Portraitfotografen auftauchten.

Da ich bisher noch nie für Landschaftsaufnahmen im Harz war muss ich sagen – aber Hallo, da geht was. Die Teufelsmauer ist ein echter Hingucker! Ich habe mir das Hamburger Wappen ausgesucht und die dazugehörigen Felsen im Wald. Ein wirkliches Fotoparadies, sowohl zum Sonnenuntergang als auch zum Sonnenaufgang.

Nachdem die Sonne verschwunden war, ich etwas gegessen hatte und mein Bett aufgeklappt hatte freute ich mich richtig auf meinen Schlaf. Die Nacht war eh recht kurz, da ich gegen 3:40 Uhr schon wieder vom Wecker geweckt wurde. Mein erster Blick aus der Schiebetür sagte mir – Anziehen, aber zack zack denn es wird ein richtig guter Sonnenaufgang! Und es war ein richtig guter Sonnenaufgang für mich. Es war so wunderschön mit dem leichten Nebelschleier in der Ferne und der Felsformation als Motiv.

Auf dem Rückweg der Morgensession machte ich mir Gedanken über meine Tour. Die Idee war noch einen Tag vor Ort zu bleiben oder gegen Mittag dann doch schon wieder los zu machen. Ich war mir irgendwie nicht ganz schlüssig und so legte ich mich erstmal wieder ins Bett, ließ die Schiebetür auf und schlief bis Mittag. Das tat gut. Und da ich nun sozusagen wieder vollgeladene Akkus hatte machte ich mich auf den Weg.

Weiter in den Pfälzerwald.

Ich wollte dort mehrere Tage verbringen und auch in den Genuss der Ruhe kommen. Ich war ja im Mai schon mal kurz dort und somit wusste ich, die Wege oder Strecken von Spot zu Spot sind nicht weit. Also muss ich vor Ort nicht mehr viel fahren. Die Wanderungen halten sich auch in Grenzen, denn zwischen 15 und 45 Minuten Fußweg kann man wirklich sehr sehr viele Ziele erreichen.
Während der Fahrt vom Harz in den Pfälzerwald hatte ich mir noch einen Plan B gemacht. Falls ich es aus Verkehrstechnischen Gründen nicht rechtzeitig vor Sonnenuntergang in den Pfälzerwald schaffe, fahre ich bei Frankfurt am Main von der Autobahn. Dann fotografiere ich dort mal wieder die tolle Skyline zum Sonnenuntergang. Einfach um das Abendlicht nicht einfach so verstreichen zu lassen. Wäre ja schade drum…

Es lief aber alles nach Plan, die Fahrt war entspannt und ich kam rechtzeitig vor Sonnenuntergang im Pfälzerwald an.
Und selbstverständlich ging es auch gleich noch an einen schönen Felsen bei Lug. Eine schöne Nebelschwade zog durch die Täler und ließ mich bei ihrem Anblick total in der Landschaft versinken.

Während ich auf dem Rückweg zum Auto war, hörte ich in weiter Entfernung ein Gewitter anrollen. Ich gab also ein wenig Gas um aus dem Wald zu sein, bevor das Gewitter da ist – denn darauf habe ich jetzt weniger Lust. Aber alles ging gut und ich war mehr als rechtzeitig genug am Auto zurück um meine durchgeschwitzten Klamotten gegen frische, trockene zu tauschen. Im Anschluss suchte ich mir einen Schlafplatz in der Nähe meines bereits auserwählten Sonnenaufgangs Spots.

Mein Ziel war, früh morgens auf einem Felsen zu sein um Schloss Alt-Dahn im Nebelmehr zu fotografieren. Nach dem Gewitter standen die Chancen auf richtig guten Morgennebel gut für mich. Und so ging es nach einer kurzen Nacht um kurz vor 4 Uhr durch den Wald hinauf auf den Schlossberg. Nach knappen 15 Minuten straffer Wanderung wurde ich allerdings von kleinen Infotafel hergebremst. An allen Bäumen rund um den Fels stand auf einem laminierten A4 Blatt: Bitte nicht betreten – Falkenbrut!

OK – also vollen Respekt und kehrt Marsch! Mit Vollgas bin ich wieder zurück zum Auto und habe innerlich etwas geflucht während ich mir einen Plan B gemacht habe. Denn das Nebelmeer das ich mir erhofft hatte – es war da! Zu meinem Glück hatte ich mit dem Auto nur 10 Minuten bis zum nächsten Parkplatz und dann wusste ich dass ich noch knappe 20 Minuten laufen muss. Da ich aber beim ersten Spot mehr als rechtzeitig unterwegs war wusste ich – ich schaffe es zum nächsten Fotopoint bei Busenberg noch rechtzeitig.

Und so stand ich auch in der Tat just in Time am Felsen zum Sonnenaufgang. Der Nebel waberte im Tal, die Vögel zwitscherten und die Sonne kam langsam nach oben – es war sagenhaft!!! Und ich war happy!!! Eine traumhafte Stimmung war das welche ich da erleben durfte in Mutter Natur. Und ich gestehe – auf dem Rückweg zum Parkplatz hatte ich nur einen Gedanken. Jetzt einen frisch aufgebrühten Kaffee und danach ins Bett.
Und genau SO habe ich es dann auch gemacht. Ich habe mich schön ausgeschlafen und danach habe ich mir etwas zu essen gemacht. Das war sehr entspannend muss ich sagen.

Als Tagesprogramm hatte ich mir für diesen Tag die Altschlossfelsen vorgenommen.

Ich wollte das berühmte Felsenglühen gerne mal selbst erleben und fotografieren. Mir war bewusst, damit ich für dieses Phänomen zum Beginn des Sommers etwas spät dran war – besser gesagt am letzten Drücker dafür dran war. Aber ich war voller Vorfreude und wanderte mit einem guten Gefühl zu den Altschlossfelsen. Die Sonne brannte vom wolkenlosen Himmel herunter – das war schon mal die halbe Miete für die Realisierung meines Motivs.

Der Nachmittag bei den Altschlossfelsen im Schatten der Bäume war sehr entspannend. Ich war auch hier wieder ganz allein für mich und konnte alles wunderbar auf mich wirken lassen und regelrecht in die Landschaft eintauchen. Es ist einfach ein unbeschreiblich gutes Gefühl das Leben auf diese Art und Weise genießen zu können. Keine Verpflichtungen, kein gar nichts – einfach nur die Fotografie ausleben…

Ein Blick auf die Uhr sagte mir, den heutigen Sonnenuntergang schaffe ich auch noch. Die Tage sind lang – das macht sich einfach bemerkbar und ist im jetzigen Fall sehr entgegenkommend.

So ging es zum Sonnenuntergang auf einen Felsen in die Nähe der Burg Drachenfels.

Ich bekam den Tipp, dass man von dort aus sehr schön den Sonnenuntergang fotografieren kann. Also bin ich den Wanderweg hinauf, am Waldsofa vorbei bis hin zu einem herrlichen Aussichtspunkt. Die Wolkenstimmung war super und die Location gefiel mir auch sehr gut. Kurz nachdem ich meine ersten Bilder dort oben gemacht hatte, kam ein weiterer Fotofreund der sich den Sonnenuntergang geben wollte. Wir arrangierten uns mit den Stativen und quatschten über die Möglichkeiten des Fotografierens im Pfälzerwald.
Nachdem die Sonne während des Gesprächs hinter den Wolken verschwand gesellte sich noch ein weiterer Fotofreund zu uns. Er kam mit dem Satz: Ich bin zu spät oder!? Und wir mussten ihm dies leider bestätigen – denn die Sonne war weg. Er hat’s mit Fassung getragen und wir unterhielten uns alle zusammen über verschiedene Fotoplätze bis wir letztendlich unsere Kontaktdaten tauschten. Dabei stellte sich heraus dass ich sogar die Webseite, welche Yannick betreibt schon im Vorfeld mal besucht hatte um mich nach Wanderwegen zu erkundigen. Da ich seine Webseite und die Arbeit die dahinter steckt gern unterstützen möchte teile ich diesen Link hier mit euch! Die Webseite heißt: Wanderparadies Wasgau

Wir verabredeten uns in der Nähe von Dahn zum Sonnenaufgang für den folgenden Tag.

Ich kannte zwar den Fels von Bildern, aber ich hatte mich vorab mit dem Weg dort hin nicht befasst. Weil ich diesen Fels gar nicht auf meiner „to Do“ Liste hatte. Aber dank Yannick´s Beschreibung konnte ich den Fels und den Aufstieg auch im dunkeln problemlos ausfindig machen! Auf diesem Wege nochmals ein herzliches Dankeschön!

Und so trafen wir uns auch am verabredeten Fotospot – kurz vor mir ist noch ein weiterer Fotofreund aufgestiegen und kurz vor Sonnenaufgang kam dann auch noch ein vierter Fotobegeisterter dazu. Ich kann nur sagen, der Sonnenaufgang war herrlich und es war eine angenehme Runde der Unterhaltung. Ich machte mich nach Sonnenaufgang und getaner Arbeit mit Yannick zurück auf den Weg zum Parkplatz, denn wir parkten beide auf den einzigen beiden kostenfreien/nicht reservierten Parkplätzen. Mir gefiel der Fotospot vom Sonnenaufgang so gut, dass ich gesagt habe – der Fels den ich jetzt im Rücken hatte, den fotografiere ich heute zum Sonnenuntergang!
Aber vorher habe ich mir erstmal ein schattiges Plätzchen auf einem Waldparkplatz gesucht, um dort mein Quartier aufzuschlagen. Ich blieb auch den ganzen Tag dort im Wald stehen und habe es genossen in mitten der Natur zu verweilen, auf dem Bett zu liegen und zur Schiebetür hinaus in den Wald zu schauen – traumhaft. Aber keine Sorge, es war ein offizieller Waldparkplatz.

Der Sonnenuntergang nahte – und ich machte mich auf den Weg Richtung Dahn.

Da ich ja den Wanderweg von heute früh schon kannte, wusste ich damit ich den Weg hinauf ganz entspannt und ohne große Schweißausbrüche in der Hitze gehen konnte. Auf dem Weg dort hin traf ich ein paar Kletterer, die sich den Felsen hinauf gewagt hatten. Sehr beeindruckend – aber nix für mich. Ich saß wenig später unter einer Kiefer auf dem Fels, ließ mir die Sonne ins Gesicht scheinen und setzte den Chillfaktor auf +10, so schön war es. Ich hatte solch eine gute Woche mit dem Wetter, denn auch an diesem Tag war der Sonnenuntergang traumhaft. Selbst kurz nach 22:30 war es noch immer so hell dass man sich ohne Stirnlampe bewegen konnte, zumindest auf dem Fels. Der Himmel glimmte einfach nur so vor sich hin, die Glut wollte nicht ausgehen.

Aber so schön es auch war, die Fotozeit war für meinen Geschmack vorbei und ich wollte wieder runter vom Fels.
Auf dem Weg zum Abstieg wurde mein Chillfaktor schlagartig von +10 auf -10 herunter gesetzt! Und ich dachte mir wirklich – verdammt, das darf doch nicht wahr sein – hier zieht grad eine Rotte (Wildschwein Familie) vorbei! Verdammt – das ist nicht lustig!!! Also, Ruhe bewahren, kurz abwarten und dann runter vom Fels so lange es noch halbwegs Restlicht am Himmel hat.
Ich setzte meine Stirnlampe auf und ging schön brav auf dem Wanderweg, die Lampe geradeaus nach vorn gerichtet. Ich bemerkte dass sich die Wildschweine links unterhalb meines Weges bewegten! An Adrenalin Schüben mangelte es gerade nicht und hatte grad echt mit mir und meiner Angst zu Kämpfen! Selten so einen Schxxx erlebt! Als ich an einer Spitzkehre des Wanderweges ankam muss ich scheinbar in die Richtung der Wildschweine geleuchtet haben – ein kurzes lautes Geraschel und dann plötzliche Stille. Gänsehaut!!! Ich ging den Weg vorsichtig weiter und versuchte es zu vermeiden mit meiner Lampe in den Wald hinein zu leuchten. Nach geschätzten 20-25 Metern hatte ich das innerliche Gefühl – ich bin vorbei an den Wildschweinen, ich bin vorbei, ich bin vorbei… Und jetzt aber mit Tempo zügig raus aus dem Wald, nicht mehr umdrehen – einfach nur noch raus hier! Da war sie dahin, die innerliche Ruhe die ich vorher eingetankt hatte.

Am Parkplatz angekommen war mein erster Weg zum Kofferraum, Rucksack verräumen, Schuhe wechseln und der Griff in die Getränke Box. Das Radler, das gönnte ich mir nach diesem stressigen Abmarsch vom Fels noch an Ort und Stelle. Was für ein „letzter Abend“ in dieser Fotowoche – unfassbar!

Für meinen letzten Sonnenaufgang im Pfälzerwald bin ich wieder zurück in Richtung Burg Drachenfels.

Ich parkte mein Auto wieder auf einem Waldparkplatz, von wo aus ich früh morgens gleich los marschieren kann. Allerdings saß ich wirklich immer noch so gestresst im Auto, dass ich sogar ernsthaft daran dachte gleich nach Hause zu fahren. Den Sonnenaufgang könnte ich ja irgendwo auf dem Heimweg fotografieren. Nach einiger Zeit aber beruhigte sich mein innerer Pegel wieder und ich sagte mir – jetzt bin ich da und jetzt fotografiere ich auch noch den letzten Sonnenaufgang im Pfälzerwald, bevor ich wieder heim fahre. Das Wetter spielt mit – also bin ich morgen früh startklar! Ich hatte noch kurz vorm schlafen gehen Kontakt mit dem anderen Fotofreund, den ich am Vorabend auf dem Fels getroffen hatte. Er fragte nach meinem Ziel zum Sonnenaufgang und schloß sich spontan an.

Pünktlich um 4:15 Uhr trafen wir uns am Parkplatz und es ging ab nach oben, auf einen der höchsten Felsen (ca. 60 Meter Wandhöhe) im Pfälzerwald. Und es ging wirklich steil nach oben – aber alle Mühen haben sich gelohnt.

Denn der Ausblick von dort oben war einfach nur gigantisch! Nebelfelder in den Tälern, eine Burg in Nebel eingehüllt, Windstille und die Sonne färbte den Himmel in die schönsten Farben.

Bei diesem Anblick dachte ich mir nur – GENIAL, zum Glück bin ich geblieben und hab es durchgezogen! Zur Belohnung gab es wunderschöne Bilder die ich mit nach hause nehmen durfte.
Und für mich persönlich war der letzte Schuss – DAS TOP BILD der gesamten Woche. Ich kann mich daran einfach nicht satt sehen denn es zeigt den Pfälzerwald von seiner schönsten Seite.

Im Nachhinein kann ich nur sagen, dieser Roadtrip war einfach nur TOP. (die Wildschweine blenden wir mal aus)
Sonntag Abend gestartet, 5 Sonnenaufgänge, 4 Sonnenuntergänge, 1670 Kilometer, nette Leute kennengelernt, tolle Fotos mitgebracht und Freitag Mittag wieder daheim gewesen! Nicht einen regnerischen Tag gehabt – traumhaft! Besser kann es eigentlich gar nicht laufen – und dafür bin ich sehr dankbar!

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