Fotoreise Baikalsee – Martina

Fotografieren auf dem vereisten Baikalsee

Meine Reise an den Baikalsee begann mit dem sagenhaft schönen Foto auf Christians Flyer von der Felsspitze der Insel Ogoi und dem klaren blauen Eis davor mit seinen Rissen und Spalten.
Eis, Schnee und unberührte Landschaften faszinieren mich. So zog es mich in Wintermonaten bereits nach Grönland und Finnland.


Dem Angebot konnte ich nicht widerstehen: Auf einer Fotoreise mit einer kleinen Gruppe und dem erfahrenen Fotografen Christian, der gute Ortskenntnisse und Kontakte hat, in die Eiswelt am Baikal einzutauchen und dabei viel Zeit für die Fotografie zu haben.
Die Reise war wunderbar mit neuartigen Impressionen und wertvollen Erfahrungen.
Die vielen Fotos, die ich mitgebracht habe, bearbeite ich mit entspannter Langsamkeit, denn mit jeder Bildbearbeitung kann ich wieder in die Atmosphäre vor Ort eintauchen.
Was hat mir gefallen, was machte die Reise besonders?
Mit einer kleinen Gruppe (3 TN) los ziehen und fotografieren! Das bedeutet, dass jeder in Ruhe Zeit findet für sein Motiv und ausreichend unterstützt werden kann. Zugleich kann man sich untereinander austauschen und schauen, wie die anderen es machen.
Die großartige Fahrerin in dem UAZ-Bus, mit dem wir über die riesige Eisfläche „flogen“ oder rumpelten, je nach Oberflächenstruktur des Eises und seiner wieder vereisten Gräben.
Mit den einheimischen Fahrern kann man sich sicher fühlen, denn es ist nicht ungefährlich über das Eis zu fahren, welches überall auch aufbrechen kann.

Die Landschaft ist einzigartig und es gibt unzählige wunderschöne „Spots“, deren Erkundung aufregend ist, z.B. die Eisoberfläche, die Felsgebilde der Inseln, die Eishöhlen, der Ort Khuzhir mit seinen Holzhäusern, streunenden Hunden, Schamanenfelsen und den vereisten Schiffen am kleinen Hafen, der Wald auf der Insel …
Förderlich für die eigene Fotografie waren die unaufdringliche Unterstützung und hilfreichen Tipps von Christian bei den Shootings. Ich nutze nun überhaupt oder häufiger das Bracketing und das Histogramm und verzichte auf die Mittelsäule des Stativs. 😉
Den Tagesablauf fand ich ausgewogen: ca. 3 Stunden morgens fotografieren, dann Zeit für mich zum Ausruhen oder für eigene Ausflüge ins Dorf und die nähere Umgebung oder Bildbearbeitung und dann wieder am Nachmittag ca. 3 Stunden in den Abend hinein fotografieren, also immer zu den besten „Lichtzeiten“.

Der Ort Khuzhir selbst mit seinen freundlichen, hilfsbereiten Menschen. 
Meiner Freundin brach in der Kälte am frühen Morgen eine Schraube am Stativkopf ab. Im Supermarkt des Ortes kümmerten sich mit Eifer und Freude zwei Mitarbeiter darum, den Stativkopf einsatzbereit zu reparieren. Das Problem war in Kürze gelöst auch zur Freude der Helfer, die nichts dafür verlangten.
Das komfortable Hotel mit seinen schönen großen Zimmern (mit Aussicht) und dem leckeren und abwechslungsreichen Essen hat meine Erwartungen übertroffen. Nach der morgendlichen Fotosession auf dem Eis wähnt man sich im Paradies beim Anblick des überbordenden Frühstück-Tisches mit Spiegeleiern, warmen Würstchen, Pfannkuchen, Porridge, Käse, Kuchen, … und der Appetit ist gewaltig.
Das gleiche am Abend nach der abendlichen Fotosession. Ich empfehle auch den sibirischen Tee (Schwarztee mit rotem Beeren-Muß und Pinienkernen)
Nicht zuletzt war ich die gesamte Organisation vorbildlich. Bereits im Vorfeld hat Christian jede Frage umfassend und schnell beantwortet und uns jeweils in time gut informiert oder wertvolle Tipps gegeben, was z.B. die Ausrüstung betraf.
Christian reagierte angemessen flexibel auf Wetter- , Eis- und Lichtverhältnisse, so dass unsere Tage optimal genutzt werden konnten.
Ich kann die Fotoreise an den Baikalsee im Winter „wärmstens“ empfehlen!